Körperhaltung im Vorstellungsgespräch: Darauf sollten Sie achten

In diesem Artikel geht es um die Körperhaltung im Bewerbungsgespräch.
Bei der Körperhaltung im Bewerbungsgespräch kann man genauso viel falsch machen wie bei den Klamotten. Wir verraten, wo die Tücken liegen. (Quelle: pixabay.com/Peggy_Marco)
Diesen Artikel teilen:

In einem Vorstellungsgespräch kommt es nicht nur auf die passende Kleidung an. Auch die Körperhaltung und die Körpersprache sind ungemein wichtig. Wir verraten, was Sie alles falsch und wie Sie es richtig machen können.

Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten, sollten Sie im Vorfeld nicht nur die Wahl Ihrer Klamotten prüfen. Auch auf Ihre Körpersprache kommt es an. Setzen Sie sich daheim vor einen Spiegel und gehen Sie das mögliche Gespräch durch. Achten Sie dabei auf sich und die Signale, die Sie aussenden. Um sich besser zu analysieren, empfiehlt es sich, dieses Vorbereitungsgespräch auf Video aufzuzeichnen.

Auf diese Signale achten Personaler und Chefs

Mimik und Gestik spielen eine große Rolle in unserem Leben. Passt beides nicht zu dem, was man sagt, weiß das Gegenüber genau, dass etwas nicht stimmt. Gerade deswegen spielen Körperhaltung und Bewegungen im Vorstellungsgespräch so eine große Rolle. Denn nur wenn alles passt, vermitteln Sie Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Der Händedruck

Zu dem ersten Eindruck, zu dem auch das äußere Auftreten gehört, zählt der Händedruck. Dieser sollte auf keinen Fall schlaff ausfallen. Zur Begrüßung sollten Sie Ihrem Gegenüber die Hand geben (nicht schütteln) und einen festen Händedruck haben. Achten Sie darauf, dass Sie erst die Hand reichen, wenn Ihr Gegenüber mit ausgestreckter Hand auf Sie zu kommt.

Vorsicht: Trotz festem Händedruck sollten Sie der zierlichen Mitarbeiterin aus dem Personalbüro nicht den Eindruck vermitteln, dass Sie ihr die Finger brechen möchten. Achten Sie also darauf, wem Sie die Hand reichen.

Blickkontakt

Der Spruch „Schau mir in die Augen“ beinhaltet viel Wahrheit. Denn auch beim Bewerbungsgespräch sollten Sie Ihr Gegenüber ansehen. Sitzen Sie mit mehreren Personalverantwortlichen zusammen, schauen Sie denjenigen an, der spricht. Wenden Sie sich auch mit dem Körper zu. Um zu signalisieren, dass Sie verstehen, was gesagt wird, nicken Sie kurz mit dem Kopf oder sagen „Ja“.

Lächeln

Ein Lächeln kann Tore und Türen öffnen. Sitzen Sie mit versteinerter Miene im Vorstellungsgespräch, wird das keinen guten Eindruck hinterlassen. Es wirkt dann so, als wenn Sie an der Stelle kein Interesse hätten und Ihnen egal ist, was gesagt wird. Also lächeln Sie.

Verlegenheitsgesten

Verlegenheitsgesten wie an den Haaren, mit den Fingern oder Ringen spielen, sollten Sie unterlassen. Auch wenn es nur kleine Gesten sind, werden sie von Ihrem Gegenüber zu 99 Prozent registriert. Selbst wenn dies nicht bewusst geschieht, prägen sie dennoch Ihr Gesamtbild. Auch die großen und ausladenden Gesten sollten Sie meiden. Am besten lassen Sie Ihre Hände locker auf dem Tisch oder, falls dieser nicht erreichbar ist, im Schoß liegen. Auf keinen Fall sollten Sie die Arme verschränken. Damit zeigen Sie, dass Sie kein Interesse haben beziehungsweise Abstand wünschen.

Weitere Tipps & Tricks

Fragezeichen (Quelle: pixabay.com/Peggy_Marco)Neben der Körperhaltung spielt Ihre Kleidung eine sehr wichtige Rolle im persönlichen Vorstellungsgespräch. In unserem Ratgeber lesen Sie, was Sie bei der Kleiderwahl für das Vorstellungsgespräch beachten sollten und welche Kleidung unangebracht sein könnte.

Zur Körperhaltung zählt auch das Hinsetzen

Es ist kaum zu glauben. Aber dennoch wird auch beim Hinsetzen im Vorstellungsgespräch geschaut, ob Sie sich an Regeln halten. Dazu zählt, dass Sie sich erst auf einen Stuhl setzen, wenn Ihnen dieser angeboten wird. Setzen Sie sich dann aufrecht und gerade hin, nehmen Sie die gesamte Sitzfläche ein (nicht nur die Kante). Lümmeln ist genauso tabu, wie lässig übereinander geschlagene Beine. Ebenfalls meiden sollten Sie die verschränkten Arme hinter dem Kopf oder irgendwelche Denkerposen.

Der Chamäleon-Effekt

Lehnen Sie sich leicht nach vorne, signalisiert das Ihrem Gegenüber Engagement und Interesse. Wichtig ist der Chamäleon-Effekt. Noch nie davon gehört? Wahrscheinlich haben Sie diesen aber längst unterbewusst angewandt. Beim Chamäleon-Effekt passt sich die Körpersprache zweier Personen im Verlaufe eines Gesprächs an. Das heißt, dass Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers spiegeln. Damit stellen Sie Vertrauen und Sympathie her.

Vorsicht Falle: Punkten können Sie allerdings nur, wenn es Ihnen gelingt, diesen Effekt zu kontrollieren. Äffen Sie ihr Gegenüber nach, was schneller passiert als gedacht, dann haben Sie verloren. Kratzt sich der Personaler also an der Nase oder berührt sein Ohr, dann gibt es keinen Grund, dass Sie das ebenfalls tun. Gelingt es Ihnen dagegen die positive und freundliche Ausstrahlung des Chefs authentisch zu übernehmen, dann wirkt sich das positiv aus das Gesamtbild aus.

Endlich geschafft

Das denken viele, wenn es zur Verabschiedung beim Vorstellungsgespräch kommt. Doch aufpassen. Auch hier gibt es noch jede Menge, was Sie falsch machen können. Geben Sie beim Verabschieden wieder die Hand mit einem kräftigen Druck. Kleiner Tipp: Sollten die Handflächen feucht sein, unauffällig an Hose oder Rock abwischen, bevor Sie die Hand reichen. Verabschieden Sie sich selbstbewusst mit einem „Auf Wiedersehen“ und lächeln Sie dabei Ihr Gegenüber an. Außerdem sollten Sie sich bedanken, dass sich der Personaler beziehungsweise Chef für Sie Zeit genommen hat.

Selbst wenn die Tür ins Schloss gefallen ist, sollten Sie die Anspannungen waren und keine unüberlegten Jubelgesten machen. Erst wenn Sie außer Sichtweite des Gebäudes sind, darf die Körperspannung nachlassen. In Zeiten des Smartphones sollten Sie ebenfalls darauf bedacht sein, dieses erst zu zücken, wenn Sie aus der Sichtweite des Gebäudes sind. Nichts ist schlimmer, als wenn der Personaler aus dem Fenster schaut und sieht, dass Sie nichts anderes zu tun haben, als auf Ihr Smartphone zu sehen und womöglich den Ausgang des Gesprächs bei Facebook zu posten.

Apropos Facebook. Seien Sie vorsichtig mit Ihren Statusmeldungen, wenn Sie etwas über die Firma schreiben. Unglücklich gepostet, liest der Personalverantwortliche oder Chef mit und Sie sind den Job gegebenenfalls los.

Zusätzliche Tipps für das Vorstellungsgespräch

Neben Körperhaltung und Dresscode sollten Sie noch an folgende Dinge denken:

  • Kommen Sie nicht zu zeitig. Kommen Sie bereits 20 Minuten vor dem Gespräch an, setzt das den Verantwortlichen unter Druck. Er beginnt das Gespräch mit Schuldgefühlen Ihnen gegenüber. Das ist kein guter Ausgangspunkt. Seien Sie aber dennoch pünktlich. Denn Personaler warten nicht gern. Es gilt: Ist der Zug abgefahren, dann ist er auch weg. Aufspringen ist nicht mehr möglich.
  • Lernen Sie keine Texte auswendig. Zwar sollten Sie Ihren Lebenslauf im Kopf haben, aber dennoch flüssig reden. Legen Sie sich Rückfragen zurecht. Beispielsweise könnten Sie nach Weiterbildungen im Bereich Digitalisierung fragen.
  • Reden Sie nicht zu viel und nicht zu schnell. Verzichten Sie auf Schwanks aus Ihrer Jugendzeit und private Dinge. Die haben in einem Vorstellungsgespräch nichts zu suchen.

Bei all den Tipps zur Körperhaltung im Vorstellungsgespräch bleibt zu sagen: Bleiben Sie authentisch und verstellen Sie sich nicht zu sehr. Denn im besten Fall bekommen Sie den Job und sollten sich dann so zeigen, wie Sie sich im Vorstellungsgespräch präsentiert haben.

In einem weiteren Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie das Bewerbungsanschreiben verfassen sollten, damit Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Diesen Artikel teilen:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*