Digitalisierung: Berufe von gestern und heute

Digitale Kompetenz muss gefördert werden

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirkt.
Auch in der Landwirtschaft hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Das heißt auch für Bauern und Landwirte, dass Weiterbildungen unumgänglich sind, um die digitale Kompetenz zu fördern. (Quelle: pixabay.com/AnneVerschraagen)
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Die Digitalisierung verändert nicht nur unser Privatleben. Auch in der Arbeitswelt sind die Auswirkungen spürbar, selbst in Bereichen, die nichts mit Medien zu tun haben. Der Digitalverband Bitkom hat dazu eine Befragung in Unternehmen ab zehn Mitarbeitern durchgeführt. Die Ergebnisse sind durchaus interessant.

 

Insgesamt wurden in 504 Unternehmen die Geschäftsführer und Personalverantwortlichen befragt. In der repräsentativen Umfrage wurden Unternehmen aus verschiedenen Branchen mit mehr als zehn Mitarbeiter berücksichtigt.

Jobs verschwinden und kommen

Welche Auswirkungen die Digitalisierung in der Arbeitswelt hat, zeigen die in den letzten zehn Jahren weggefallenen und neu entstandenen Berufe. Beispielsweise sind laut der Umfrage Jobs für Bauzeichner, Lageristen und Schriftsetzer aus den Unternehmen verschwunden, obwohl diese lange Zeit nicht wegzudenken waren. Dafür kommen neue Arbeitsprofile hinzu. Auffallend ist hier vor allem, dass diese fast ausschließlich eine englische Bezeichnung tragen. Damit wird auch deutlich, dass Englisch als Fremdsprache mehr in den Fokus rückt.

Abnehmender Bedarf Zukünftig gefragte Berufe
Bauzeichner 3D-Druckspezialist
Drucker CDO (Chief Digital Officer)
Erntehelfer und Melker Data Warehouse Teamleiter
Fuhrparkmitarbeiter Datamining Spezialist
IT-Administrator Feel Good Manager
Lageristen Field Application Engineer
Poststellensachbearbeiter Hybrid Business Analyst
Schriftsetzer Koordinator Roboter
Stenotypistin Mobile Developer
Vorsortierer Scrum Master
Zentrale Telefonvermittlung Web-Entwickler

(Quelle: Bitkom e.V.)

Diese Berufszweige sind nur eine Auswahl auf Grundlage der Befragung durch Bitkom.

In der Vergangenheit wurde häufig die Vereinfachung der Steuergesetze angekündigt. Auswirkungen auf die Berufsbilder für Steuerfachangestellte, Bilanzbuchhalter und Steuerberater hatte das nicht. Nach wie vor sind diese Berufe sehr stark nachgefragt.

Digitalisierung fordert Umdenken in den Berufen

Bei der Umfrage ist auch deutlich geworden, dass sich das Aufgabengebiet einzelner Berufe deutlich verändert hat. So fertigt die Zahnarzthelferin beispielsweise nicht nur Abdrücke an, sondern stelle mit dem 3D-Drucker auch Implantate her. Auch den einfachen LKW-Fahrer gibt es kaum noch. Mittlerweile gehört es zum Job, dass der Fahrer seine Bestellungen und Routen managen kann.

Es sind nicht nur die Unternehmen gefragt, die Ihre Mitarbeiter zu den entsprechenden Weiterbildungen und Schulungen schicken müssen. Auch die Politik muss die Unternehmen dahin gehend unterstützen, dass sie entsprechende Maßnahmen fördert und die digitalen Kompetenzen mit in den Lehrplan aufnimmt. Bitkom schlägt dafür bereits die Sekundarstufe I vor.

Fakt ist, dass laut Umfrage die Unternehmen im Moment lieber auf Weiterbildungsmaßnahmen verzichten, da sie diese selber gar nicht beurteilen und einschätzen können. Auch das Finanzielle spielt eine große Rolle. Weitere Gründe sind die Entfernung zu den Weiterbildungsangeboten oder dass die Unternehmen nicht auf die Arbeitskräfte verzichten können, während diese sich weiterbilden.

Digitalisierung fordert Digitalkompetenz

Im Ergebnis der Bitkom-Umfrage wird deutlich, dass die Weiterbildungsmaßnahmen im digitalen Bereich unumgänglich sind. Denn laut der Umfrage sind 87 Prozent der befragten Unternehmen der Meinung, dass die Digitalkompetenz in Zukunft genauso wichtig ist wie die fachliche und die soziale Kompetenz. Im Moment bewerten die Unternehmen die Kenntnisse von Bewerbern und Mitarbeitern im Bereich Digitalwissen, unabhängig von der Altersgruppen, lediglich mit „befriedigend“ und „ausreichend“.

Arbeitnehmer sind gefordert

Nicht zuletzt sind Sie als Arbeitnehmer gefordert. Auch Sie sollten bestehende Weiterbildungsangebote nutzen und die Weiterbildungen aktiv einfordern. Denn nur wer nicht rastet, rostet auch nicht. Egal, ob Sie sich in einem Arbeitsverhältnis befinden oder ob Sie gerade ohne Arbeit sind, machen Sie sich auf die Suche nach Weiterbildungen im digitalen Bereich in Ihrem Berufsfeld. Sprechen Sie Arbeitgeber und die Betreuer der Arbeitsagenturen gezielt an. Machen Sie deutlich, wie wichtig die digitale Kompetenz in Zukunft sein wird. Neben kostenpflichtigen Angeboten hält das Internet auch zahlreiche kostenfreie Webinare bereit.

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